ASIP zur Studie der Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule:

30.05.2011


Beitrag zur verbesserten Kostentransparenz wird sehr begrüsst - Finanzbranche muss nachziehen - Stempelsteuer ist abzuschaffen! 

Die Schwierigkeiten der Messung und Beurteilung der Aufwendungen für die Vermögensbewirtschaftung stehen schon lange im Fokus des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP. Er setzt sich seit jeher für die vollständige Erfassung und transparente Darstellung aller Kosten der Pensionskassen ein. Der ASIP begrüsst daher die ausführliche Studie über die Vermögensverwaltungs-Kosten. Er fordert nun auch die Finanzbranche auf, ihren Beitrag zur notwendigen Transparenz zu leisten. Kostenstrukturen auch komplizierter Anlageprodukte sind verständlich offenzulegen. Um die kritisierten Kosten bei der Vermögensverwaltung effektiv senken zu können, fordert der ASIP als weiteren Schritt nun auch die Abschaffung der Stempelsteuer für Vorsorgeeinrichtungen. Diese verteuern die Vermögensverwaltung auf dem Buckel der Versicherten.

Jede Pensionskasse muss im Rahmen ihrer Anlagestrategie die Vermögensverwaltungskosten optimieren. Im Fokus muss das Preis-Leistungsverhältnis stehen. Nicht die Höhe der Kosten, sondern die Nettorendite sagt langfristig etwas darüber aus, wie zweckmässig die Vermögensverwaltung für die Versicherten war. Dies auch wenn die Studie zeigt, dass über die kurze, für Aktien und alternative Anlagen schwierige Frist von 2005-2009 höhere Kosten zu tieferen realisierten Nettorenditen geführt haben. Letztlich muss die Anlagestrategie auf die Bedürfnisse der Versicherten abgestimmt sein.

Immer wieder werden die fehlende Transparenz (insbesondere bez. Vermögensverwaltungskosten) und die teilweise überhöhten Kosten kritisiert. Vor diesem Hintergrund ist eine über die in der Betriebsrechnung erfassten Kosten hinausgehende Darstellung zu begrüssen. Der ASIP nimmt diesbezüglich Kenntnis von der breiten Streuung der Kosten. Die Studie zeigt, dass der Preiswettbewerb für institutionelle Vermögensverwaltung in der Schweiz im Vergleich zum Ausland intensiver geführt wird – die Schweizer Pensionskassen sind somit also sehr preissensitiv und verhandeln hart. Auf der anderen Seite zeigt die Studie aber auch Handlungsoptionen auf, welche zu einer weiteren Senkung der Vermögensverwaltungskosten beitragen können.
 
Transparenz

Mehr Transparenz ist sicherlich hilfreich bei der Wahl eines Anlage-Produkts. Was nicht vergessen werden darf, ist jedoch, dass Pensionskassen immer Transparenz über die Netto-Performance ihrer (auch der alternativen) Anlagen hatten und haben. Diese Netto-Performance ist letztlich relevant, um zu entscheiden, ob die Risiko-Ertrags-Eigenschaften der Anlagen langfristig gut für das Portfolio der Pensionskassen sind oder nicht.

In der Studie werden die Kosten bei Verwendung einer Fonds-Konstruktion als "best practice"- Kosten bezeichnet, da sie bezüglich der Umsatz- resp. Stempelsteuer tiefer sind. Pensionskassen, die keine Fondskonstrukte verwenden, würden sich daher nicht sinnvoll verhalten. Zu beachten ist dabei, dass solche Empfehlungen jedoch letztlich nur ein Zuhalten von Geschäften für Banken bedeutet. Zudem führt dieser Weg zu einer Finma-Unterstellung der Pensionskassen durch die Hintertüre. Dies wurde im Rahmen der Strukturreform verworfen. Der ASIP fordert darum einmal mehr, dass nach der Abschaffung der Stempelsteuer für Schweizer Fonds, nun endlich auch Vorsorgeeinrichtungen von der Stempelsteuer befreit werden.
 

Absolute Kostenhöhe

Die Studie zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten der kollektiven Vermögensverwaltung in der 2. Säule deutlich tiefer sind (rund 2/3 tiefer), als was Private in ihrer privaten Altersvorsorge dafür zahlen müssen. Es hat sich somit bestätigt, dass die kollektive Altersvorsorge für die Versicherten nicht nur bezüglich des Risikotransfers, sondern auch bezüglich der Kosten der Vermögensverwaltung vorteilhaft ist.
 

Optimale Bewirtschaftung des Vorsorgevermögens

Der ASIP wird seinen Mitgliedern empfehlen, die Studie genau zu analysieren und wo notwendig Lehren für die eigene Geschäftstätigkeit daraus zu ziehen. Wir sind mit dem BSV in der Einschätzung einig, dass sich aus der Studie kein zusätzlicher Bedarf an gesetzlichen Vorschriften ergibt. Im Bereich der Vermögensanlagen stärken die vor kurzem revidierten Bestimmungen der BVV2 die Eigenverantwortung der paritätischen Führungsorgane (niemand ist z.B. gezwungen, in alternative Anlagen zu investieren).

Fazit
Die Studie ist ein sehr begrüssenswerter Schritt, um die Transparenz im Bereich der Vermögensverwaltungskosten zu verbessern. Es hat sich gezeigt, dass die berufliche Vorsorge auch bezüglich der Kosten für die Versicherten ein vorteilhaftes System darstellt. Nichtsdestotrotz gilt es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer kosteneffizienten, Pensionskassenführung zu schärfen. 


Weitere Auskünfte:
Hanspeter Konrad, Direktor, ASIP
Telefon +41 43 243 74 15
E-Mail konrad@asip.ch
ASIP, Kreuzstrasse 26, CH-8008 Zürich

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