ASIP-Performancevergleich 1. Halbjahr 2005

22.08.2005

Mit 6.2% erfreuliche Halbjahresperformance  der Pensionskassen
Starke Aktienmärkte, aber Rendite der Bundesobligationen weiterhin unter BVG-Mindestzins

Der im Auftrag des Schweizerischen Pensionskassenverbandes (ASIP) von der Beratungsfirma Watson Wyatt durchgeführte Performancevergleich zeigt für das erste Halbjahr 2005 eine erfreuliche Performance von 6.2% auf dem Gesamtportfolio der teilnehmenden Pensionskassen. Aufgrund der teilweise noch immer angespannten finanziellen Lage vieler Kassen besteht aber nach wie vor kein Grund zur Euphorie. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesobligationen weiterhin unter dem BVG-Mindestzinssatz von 2.5% liegt.
Stark gestiegene Kurse an den Aktienmärkten, leichte Kursgewinne bei den Obligationen und Währungsgewinne, namentlich im U.S. Dollar, sorgten für eines der besten Halbjahresresultate seit Beginn des Performancevergleichs im Jahre 2000. 
Der Performancevergleich ist mit einem Gesamtvermögen von 143 Milliarden CHF, 71 Pensionskassen und 600 erfassten Portfolios der grösste unabhängige in der Schweiz.  
Aktien 11.9% im Plus, geringe Streuung der Resultate und relativ Benchmark-nah
Die Pensionskassen erzielten mit Schweizer und ausländischen Aktien exakt die gleiche Performance von 11.9%. Lobenswert ist in dieser Anlagekategorie die vor Abzug der Vermögensverwaltungskosten erzielte Benchmark-nahe Performance. Die Streuung der Resultate ist bei den Schweizer Aktien zwischen dem schlechtesten und dem besten Resultat mit 2.5% relativ gering. Die unterschiedliche Gewichtung der drei globalen Wirtschaftsblöcke und Fremdwährungseinflüsse führen bei den Auslandaktien zu einer grösseren Differenz von 6.1% zwischen dem schlechtesten und besten Resultat.   
Obligationen: 2.8% (CHF) und 7.8% (Fremdwährungen)
Trotz positiver Performance zeigt sich bei den Obligationen ein uneinheitliches Bild. Weniger als ein Viertel der Pensionskassen erreichten bei Schweizer Obligationen den Benchmark. Mit 2.8% zwischen dem besten und dem schlechtesten Resultat ist die Streuung der Resultate relativ gross. Viele Institutionelle reduzierten in Erwartung steigender Zinssätze Ihre Laufzeiten gegenüber dem Benchmark - eine Strategie, welche bis jetzt fehlgeschlagen ist. Die Fremdwährungsobligationen profitierten mit einer Performance von 7.8% vor allem von der Aufwertung des U.S. Dollars. Die unterschiedliche Gewichtung der globalen Wirtschafts- und Währungsblöcke wirkt sich bei ausländischen Anleihen besonders stark aus, wie die Differenz von 6.6% zwischen dem schlechtesten und besten Resultat zeigt.
Vermögensallokation: Trend zu besserer Diversifikation und Hedge Funds
Erfreulich ist die Entwicklung zu einem global besser diversifizierten Portfolio. Die Allokation in ausländische Wertpapiere zulasten von Schweizer Wertschriften erhöhte sich sowohl bei den Anleihen als auch bei den Aktien. Bei den Obligationen waren im Durchschnitt des Gesamtvermögens 27.7% in inländische und 15.1% in ausländische Wertpapiere investiert. Das Verhältnis bei den Aktienanlagen lag bei 15.1% für Schweizer Aktien und 23.8% für ausländische Aktien. Bei den restlichen Vermögenswerten erhöhte sich die Allokation in Hedge Funds auf beinahe 3%.
Kampf um ausgeglichene Finanzierung, Reserven vielfach ungenügend
Das erfreuliche Halbjahresergebnis darf nicht überbewertet werden. Seitens der Finanzmärkte sind keine Wunder zu erwarten. Korrekturen bei der Performance der Aktien sind nicht auszuschliessen.
Eine Vielzahl von Vorsorgeeinrichtungen kämpft immer noch um eine mindestens ausgeglichene Finanzierung. Zudem verfügen viele Vorsorgeeinrichtungen noch nicht über die notwendigen Wertschwankungsreserven. Entscheidend ist daher auch, dass die massgebenden Eckwerte für die berufliche Vorsorge (z.B. Mindestzinssatz) nach objektiven und nicht nach politischen Kriterien bestimmt werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: 

ASIP - Schweizerischer Pensionskassenverband, Hanspeter Konrad, Geschäftsführer, Seefeldstrasse 45, 8008 Zürich, Tel 043 243 74 15

oder

Watson Wyatt AG (technische Durchführung), Frau Doris Stuker, Seefeldstrasse 214, Postfach, 8034 Zürich, Tel 043 488 44 11.

Zürich, 22. August 2005 

 

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